Pädagogische Konzeption


  Pädagogische Schwerpunkte
Bild vom Kind
Raumgestaltung
Eingewöhnung
Situationsansatz
Beteiligung von Kindern
Beobachtung und Dokumentation
Zusammenarbeit mit den Eltern
Öffnungszeiten und Tagesablauf
Essensituation
 

 
Die Kindertagespflege Zwergenstübchen soll eine familienergänzende Betreuungsform darstellen, mit einer kleinen Kindergruppe von 5 Kindern und einer festen Bezugsperson. Eine liebevolle und familiäre Atmosphäre, eine anregungsreiche und Fantasie fördernde Umgebung sowie die einfühlsame Begleitung jedes Mädchens und Jungens stellen das Fundament der pädagogischen Arbeit dar. Jedes Kind wird in seiner Individualität gesehen und angenommen.

Pädagogische Schwerpunkte

Das Zwergenstübchen zeichnet sich durch eine naturnahe und Fantasie anregende Umgebung mit entsprechendem Materialangebot aus. Schlechtes Wetter gibt es bei uns nicht. Wir erkunden die Umgebung und die eigenen Fähig- und Fertigkeiten, wir beobachten die Tiere und Pflanzen und erleben die Umwelt mit all unseren Sinnen. Der Barfußpark ist ein regelmäßiges Ausflugsziel. Unser Alltag orientiert sich, mit dem Situationsansatz, an den Bedürfnissen der Kinder. Ich sehe mich als Begleiterin der Mädchen und Jungen, mit ihren selbstbestimmten und eigeninitiativen Bildungsprozessen. Eine ganzheitliche Betrachtung, das Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele sowie der partizipative Umgang miteinander ist die Basis jeden Handelns.

Bild vom Kind

Ich sehe das Kind als Akteur seiner eigenen Entwicklung. Es bringt von Anfang an Ressourcen mit, wird mit Stärken und Schwächen geboren und entwickelt sich daher ganz individuell. Ein Kind ist von Natur aus neugierig, interessiert und wissbegierig, es möchte entdecken, ausprobieren und be-greifen. Im Spiel nehme ich eine begleitende Rolle ein. Ich nehme mich aktiv zurück und beobachte. Das Kind agiert im eigenen Interesse, in seinem Tempo und gerät in einen so genannten Flow. Es konzentriert sich, agiert und bestimmt über seine Lernerfahrungen. Es probiert sich aus, erforscht und lernt durch Versuch und Irrtum oder Nachahmung. Verschiedene Lernmöglichkeiten werden durch pädagogische Angebote, der Raumgestaltung, einer Materialvielfalt und der kleinen Kindergruppe angeboten. Das Kind entscheidet was es in der jeweiligen Situation gerade benötigt und lernen möchte, was es interessiert und vertiefen wird. Das Freispiel ist von enormer Bedeutung für die Entwicklung eines Kindes. Die Mädchen und Jungen setzen sich oft selbst hohe Ziele und können manchmal frustrieren, wenn sie nicht schaffen, was sie sich vorgenommen haben. Mit viel Einfühlungsvermögen wird darauf reagiert und die Handlung wird begleitet, um einen positiven Lernerfolg zu unterstützen. Die Emotionen werden in jeder Situation zugelassen, können erlebt und verarbeitet werden. Lernt ein Kind Gefühle zu unterdrücken, weil ihm gespiegelt wird, dass seine Gefühle nicht richtig oder gut sind, dass es dadurch angemeckert oder bestraft wird, verlernt es eventuell auch seine eigenen Gefühle zu bemerken, es wird darauf trainiert sich anzupassen und sich so zu verhalten, wie es erwünscht ist. Die Emotionen beeinflussen dann das Unterbewusstsein und bestimmen oft unbemerkt die Kommunikation und das Handeln.

Raumgestaltung

Das Zwergenstübchen zeichnet sich durch eine liebevolle, naturnahe Raumgestaltung aus, welche Wärme und Geborgenheit ausstrahlt. Fantasie anregendes Lern- und (Holz-) Spielzeug sowie Themenecken laden das Kind zum Spielen, Entdecken, Erforschen und Be-greifen ein. In diesen Räumlichkeiten wird den Mädchen und Jungen nicht langweilig, wobei auch der Langen-Weilen nicht ausnahmslos eine negative Bedeutung zugeschrieben werden kann, denn Langeweile sorgt für Kreativität.
In dem Zwergenbstübchen gibt es eine Kuschel- und Rückzugsmöglichkeit, eine Bücher-, Puppen- und Bauecke, es gibt eine Hochebene, um den Raum aus einer anderen Perspektive wahrnehmen zu können, einen gemütlichen Schlafbereich sowie die Möglichkeit sich grobmotorisch an den Kletterelementen auszuprobieren. Offene Regale präsentieren das Spielmaterial dezent und ansprechend, um einer Reizüberflutung entgegenzuwirken.

Eingewöhnung

Ich gebe den Eltern und Kindern Raum und Zeit für eine individuelle Eingewöhnung. Eine gute Eingewöhnung schafft langfristig eine wichtige Basis. Daher lege ich viel Wert auf das gegenseitige Kennenlernen. Eine familiäre Atmosphäre, mit Vertrauen zwischen dem Elternteil und mir, erleichtert auch dem Kind ein gutes Ankommen. Die Eingewöhnung lehnt sich sehr grob an das Berliner Eingewöhnungsmodell INFANS an, wird aber individuell und mit Rückund Absprache mit den Eltern von statten gehen. Gern übernehme ich auch bestehende Rituale oder singe bekannte Lieder.
Die ersten Tage wird das Kind mit einem Elternteil zum Spielen für ein bis zwei Stunden, oder länger, kommen. Das Elternteil hält sich immer mehr zurück und lässt die Tagesmutter mit dem Kind Kontakt aufnehmen und umgekehrt. Das Kind fasst Vertrauen und bemerkt, dass auch das Elternteil keine Sorgen hat. Kinder sind sehr feinfühlig. Eine erste Trennung findet statt. Das Elternteil verabschiedet sich vom Kind und kommt nach kurzer Zeit wieder. Diese Trennungszeit wird allmählich verlängert – ganz individuell.

Situationsansatz

Jedes Kind lebt in einer unterschiedlichen Familie, es erlebt und verarbeitet unterschiedliche Dinge und doch gibt es auch immer wieder Gemeinsamkeiten. Im Zwergenstübchen wird sich an das Interesse und an die Lebenswelt der Kinder orientiert. Themen der Kinder werden aufgegriffen und durch Gespräche, Bücher oder Angebote vertieft. Es wird mit den Kindern gemeinsam und auf Augenhöhe erforscht, gestaunt, gelernt und gelacht. Es gibt keinen Lernplan, sondern eine Vielzahl an Möglichkeiten, denn ein Kind ist von Natur aus wissbegierig. Diese Eigenschaft möchte bewahrt werden.

Beteiligung von Kindern

Partizipation ist der wichtigste Grundbaustein im Zwergenstübchen. Kinder werden gehört – verbal und non-verbal. Eine liebevolle und zugewandte Begleitung jedes Mädchens und Jungens ist Grundvoraussetzung für eine freie Entfaltung der Persönlichkeit, der Ressourcen und Begabungen. Hier wird auf Augenhöhe kommuniziert und agiert. Die Kinder äußern ihre Empfindungen und Bedürfnisse und lernen offen darüber zu sprechen. Sie werden in allen Situationen und Belangen wahrgenommen und erst genommen. Empathie und der Sinn nach Gleichberechtigung sind unerlässlich. Die Mädchen und Jungen übernehmen im Zwergenstübchen, dem Alter und Entwicklungsstand entsprechend, viel Verantwortung. Regeln verstehe ich als Rahmen, das Bild gestalten die Kinder.

Beispiel 1

Ein Kind hat eine volle Windel. Ich frage es, ob wir eine neue Windel um machen können. Es schüttelt den Kopf oder sagt nein. Ich sage, dass es gern noch kurz das Spiel beenden kann und wir dann aber eine neue Windel machen müssen, damit der Po nicht wund wird. In einigen Minuten kommt das Kind von selbst oder ich weise darauf hin, dass wir nun eine neue Windel um machen sollten. Außerdem riecht es auch für alle anderen recht unangenehm.
Partizipation heißt nicht, die eigenen Bedürfnisse (Erwachsener) immer in den Hintergrund zu stellen, sondern miteinander auf Augenhöhe zu interagieren. Das ist mir besonders wichtig. Ich nehme die Bedürfnisse des Kindes wahr und gehe darauf ein.

Beispiel 2

Bald ist Weihnachten und wir möchten für die Familien etwas basteln. Nein das stimmt nicht, nicht wir alle! Es gibt ein Kind, das möchte nicht basteln. Nicht heute, nicht morgen und auch die Tage danach nicht. Ich erkläre ihm, dass bald Weihnachten ist und sich Mama und Papa sicher wahnsinnig doll darüber freuen würden. Das Kind entscheidet dennoch selbst und ich akzeptiere die Entscheidung, egal wie sie ausfällt.

Beispiel 3

Beim Vesper fällt einer Zweijährigen der Trinkbecher runter. Sie steht auf, hebt den Becher auf, holt einen Lappen und versucht den Boden wieder trocken zu wischen. Ich übernehme den Rest, kommentiere gar nicht weiter und schiebe sie dann mit ihrem Stuhl wieder an den Tisch.

Beobachtung und Dokumentation

Durch Beobachtungen werden Entwicklungen, Veränderungen und Themen der Kinder wahrgenommen. Es werden auch so genannte Beobachtungen geschrieben, das heißt, dass eine detaillierte Niederschrift von der Tätigkeit des Kind gemacht wird. Dies kann einen bestimmten Schwerpunkt haben. Auch Lerngeschichten werden anhand von Beobachtungen geschrieben. Die Dokumentationen sind eine wundervolle Erinnerung für die Kinder. Den Eltern ermöglicht es tiefe Einblicke in den Alltag des Kindes, den sie nicht mehr selbst miterleben. Außerdem können Entwicklungsschritte gut dokumentiert und festgehalten werden. Jedes Kind hat dafür einen Erinnerungsordner, ein so genanntes Portfolio.

Zusammenarbeit mit den Eltern

Kennenlerngespräch

Wenn interessierte Eltern das Zwergenstübchen und mich als Pädagogin kennenlernen möchten, können sie mit mir einen persönlichen Termin vereinbaren. Ich freue mich Sie kennenzulernen.

Anmeldegespräch

Wenn sich Eltern entschieden haben und ihr Kind gern im Zwergenstübchen betreut wissen möchten, dann findet das Anmeldegespräch gern im Elternhaus statt. Ich habe so die Möglichkeit Sie als Familie besser kennenzulernen und erfahre auch etwas über die Lebensumstände des Kindes. Alles organisatorische wird besprochen.

Eingewöhnungszeit

Nun lernen wir uns intensiver kennen und eine Vertrauensbasis wird aufgebaut.

Bring- und Abholsituationen

Wichtige Informationen werden ausgetauscht oder auch mal ein kleiner Plausch gehalten.

Feste

Nach Absprache feiern wir gemeinsam den Kindertag, das Martins- und Weihnachtsfest. Die Eltern bringen sich in die Organisation mit ein.

Elternnachmittage

Elternnachmittage mit den Kindern finden nach Bedarf statt. Es können z. B. mal gemeinsam Plätzchen gebacken, oder Osterkörbchen gebastelt werden. Ein Buffet kann organisiert werden.
Für wichtige Informationen oder Besprechungen, die nicht während eines gemütlichen Elternnachmittags besprochen werden können, werden Elternabende, ohne Kinder, stattfinden.

Elterngespräche

Elterngespräche sind nach Bedarf immer möglich. Um den Geburtstag herum steht ein Entwicklungsgespräch an.

Öffnungszeiten und Tagesablauf

Das Zwergenstübchen ist von Montag bis Freitag von 7:30 – 16 Uhr geöffnet. Benötigen Sie mehr Betreuungsstunden oder andere Betreuungszeiten, dann melden Sie sich gern bei mir. Wir schauen, was für eine Lösung wir finden.
Tagesablauf – Abweichungen der Uhrzeiten sind möglich
07:30 Uhr gemeinsame Frühstücksvorbereitung
08:00 Uhr gemeinsames Frühstück und Freispiel
09:20 Uhr Morgenkreis
Angebot, Projekt, Ausflug, Freispiel, Spielplatz
10:00 Uhr Obstpause
11:15 Uhr Mittagessen
12:00 Uhr Mittagsruhe
14:30 Uhr Vesper
15:00 Uhr Freispiel oder Spielen auf dem Spielplatz

Essensituation

Der Esstisch wird im Zwergenstübchen liebevoll gestaltet. Unechte Kerzen und eine jahreszeitliche Tischdekoration sorgen für eine gemütliche und familiäre Atmosphäre. Ein liebevolles und höfliches Miteinader charakterisiert nicht nur unseren Alltag, sondern besonders auch unsere Tischkultur. Die Kinder bekommen der Speise entsprechend einen Löffel oder eine Gabel, einen Becher oder ihre Trinkflasche. Je nach Alter, können sich die Mädchen und Jungen schon selbst etwas auftun. Sie lernen das Portionieren ihrem Hungergefühl anzupassen. Tischutensilien werden selbst geholt und weggebracht. Die Mahlzeiten zählen zu den ruhigeren Situationen im Alltag.
 

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